Mitglied werden
Suche
Vor Ort
Presse
Menü
Login
Menü schließen

Menü schließen

Steuerzahlergedenktag 2018

So lange zahlen Sie!

Sie sind hier:  Startseite  Steuerzahlergedenktag

So viel bleibt 2018 von einem Euro

Wie hoch ist die Steuer- und Abgabenbelastung von Bürgern und Betrieben? Antwort darauf gibt der BdSt-Belastungs-Check 2018. Von jedem verdienten Euro bleiben Bürgern und Betrieben 2018 nur noch 45,7 Cent. Folglich gehen von jedem verdientem Euro 54,3 Cent direkt an den Fiskus, um Steuern, Sozialabgaben und sonstige Abgaben zu leisten. Selbstverständlich werden daraus staatliche Leistungen wie Infrastruktur und Bildung sowie die Sozialversicherungen finanziert. Allerdings sind 45,7 Cent – die in der Tasche des Bürgers bleiben – von jedem verdienten Euro eindeutig zu wenig!

Schließlich sind daraus auch noch alle weiteren Kosten zu tragen. Insbesondere Familien und Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen haben somit immer weniger die Möglichkeit, für ihr Alter vorzusorgen. Auch die steigenden Wohnkosten führen zu einer Belastungsverschärfung, zumal sowohl steigende Mieten als auch erhebliche Kostensteigerungen bei Bau oder Kauf einer eigenen Immobilie zu schultern sind. Die Bürger spüren genau, dass ihnen netto zu wenig bleibt.

Brutto Top – netto Flop

Im internationalen Vergleich erzielen die deutschen Steuerzahler zwar sehr hohe Bruttoverdienste, mit ihrem Nettoeinkommen rangieren sie aber nur im Mittelfeld. So wendeten Arbeitgeber in Deutschland 2017 für ledige Durchschnittsverdiener die höchsten Bruttoarbeitskosten innerhalb der 35 OECD-Staaten auf, während das nach direkten Abzügen verbleibende Nettoeinkommen nur für den Rang 12 reichte.

Fazit

Es sind die Beschäftigten, die zu wenig Netto von ihrem Bruttoeinkommen übrighaben. Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags und der vollständige Abbau der kalten Progression sind überfällig. Wo und wie die Politik dabei ansetzen kann, zeigt der Belastungs-Check 2018 des Bundes der Steuerzahler auf!

Die Entwicklung des Steuerzahlergedenktags

Satte 90 Prozent der Bevölkerung empfinden ihre Steuer- und Abgabenbelastung als "zu hoch". Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundes der Steuerzahler. Untermauert wird diese Einschätzung durch die Einkommensbelastungsquote. 2018 erreicht diese mit 54,3 Prozent Rekordhöhe. Auf das Kalenderjahr umgelegt heißt das: Seit dem 18. Juli 2018 wirtschaften Sie – rein rechnerisch – endlich für Ihr eigenes Portemonnaie. Damit haben Bürger und Betriebe mehr als ein halbes Jahr für den Fiskus gearbeitet, um ihrer Steuer- und Sozialabgabenpflicht nachzukommen. Noch nie mussten Bürger und Betriebe – rein rechnerisch – länger bis zum Steuerzahlergedenktag arbeiten. Zu dieser Belastungsverschärfung tragen heimliche Steuererhöhungen bei der Lohn- und Einkommensteuer maßgeblich bei. Hier ist die Steuerlast wegen der Progression schneller gestiegen als Löhne und Einkommen – und das trotz der Korrekturen bei der kalten Progression. Fazit: Eine Senkung der Steuerbelastung insbesondere durch eine Abschaffung heimlicher Steuererhöhungen ist dringend geboten.

Im Fokus: Familien und Singles

Einkommensteuern und Sozialabgaben, Mehrwertsteuer und spezielle Verbrauchsteuern (wie z. B. auf Benzin, Zigaretten, Heizöl und Strom), Rundfunkbeitrag, EEG-Umlage und kommunale Gebühren – all das geht vom Bruttoeinkommen ab. Wie viel das ausmachen kann, zeigt der Bund der Steuerzahler an zwei konkreten Beispielen auf: Bei einer Krefelder Alleinerziehenden mit einem Kind und einem Einkommen von 2.346 Euro beträgt die Gesamtbelastung 47,3 Prozent des Bruttogehalts. Hingegen muss ein Düsseldorfer Single sogar 62,3 Prozent seines Einkommens für Steuern, Sozialabgaben und Gebühren aufwenden. Details zu unseren Berechnungsbeispielen finden Sie nachfolgend.

Im Fokus: Familien und Singles

So stark werden Singles in Deutschland im internationalen Vergleich belastet

Wichtige Anhaltspunkte für einen Belastungsvergleich privater Haushalte liefert die jährliche Erhebung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einem Vergleich von 35 Ländern.  Allerdings betrachtet die OECD nur die Belastung mit direkten Einkommensabzügen. Beim folgenden Vergleich ist die Umsatzsteuer einbezogen.

Danach hatte der deutsche Single-Haushalt mit einem Durchschnittslohn in 2017 die zweithöchste Belastung (53,4 Prozent) mit direkten Einkommensabzügen zu tragen. Nur in Belgien war die Belastung noch höher. Die durchschnittliche Belastung eines Singles im OECD-Vergleich liegt bei 40,5 Prozent.

So stark werden Familien in Deutschland im internationalen Vergleich belastet

Beim Doppelverdiener-Haushalt mit zwei Kindern (100 Prozent und 33 Prozent vom Durchschnittslohn) lag die Belastung 2017 bei 43,6 Prozent, was die zweithöchste Belastung (hinter Griechenland) innerhalb der OECD darstellt. Die durchschnittliche Belastung einer Familie im OECD-Vergleich liegt bei 33,2 Prozent.

Fazit

In den meisten anderen Industrienationen werden die Steuerzahler weit weniger belastet als in Deutschland. Deshalb muss sich auch bei uns etwas ändern, damit Bürger und Betriebe entlastet werden.